09.10.2017 - Neue Sternwarte der HiGA in Lechstedt

Die HiGA plant einen zweiten astronomischen Standort zur Förderung der volkstümlichen Astronomie in der Öffentlichkeit, der Betreuung ihrer Mitglieder und dem Betrieb einer Sternwarte, die für Amateurastronomen auch für wissenschaftliche Beschäftigung mit der Astronomie geeignet sind. Der Ort für die geplante Sternwarte sollte sowohl verkehrsgünstig für Mitglieder und Besucher erreichbar und für astronomische Beobachtungen entsprechende Lichtverhältnisse (geringe Lichtverschmutzung) bieten, was in der Ortsrandlage von Lechstedt sehr gut gegeben wäre.

Ein Sternwarten-Standort in Lechstedt

Ende des Jahres 2011 gründete sich die Hildesheimer Gesellschaft für Astronomie e. V. (HiGA), die inzwischen als gemeinnütziger Verein anerkannt ist. Laut Vereinssatzung betreibt die HiGA die Förderung der Astronomie und der benachbarten Naturwissenschaften in Hildesheim und Umgebung. Das Interesse an diesen Wissenschaften in der Bevölkerung soll gefördert und verbreitet werden. Daraus ergeben sich zwei Hauptaufgabengebiete:

 ·       Volkstümliche Astronomie, wie sie seit vielen Jahren erfolgreich an der Hildesheimer Volkssternwarte auf dem Gelben Turm praktiziert wird;

 ·   vertiefte wissenschaftliche Beschäftigung mit der Astronomie als Naturwissenschaft. Zielgruppen sind neben den engagierten Amateurastronomen und an Astronomie interessierten Menschen der Region - die über eine bereits bestehende Kooperation mit der Volkshochschule Hildesheim gefördert werden - die Schulen sowie die Universität.

Für das erste Aufgabengebiet ist die „Sternwarte am Gelben Turm“ bestens geeignet und soll auf Dauer als eigentliche Volkssternwarte - besser: Bürgersternwarte - auch nach allen Möglichkeiten für die Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger erhalten und weiter betrieben werden. Die dortige Infrastruktur ist für das zweite Aufgabengebiet allerdings sehr problematisch und, wie die Erfahrung des Betriebs des Gelben Turms lehrt, geradezu kontraproduktiv: Die Sternwarte auf dem Spitzhut enthält weder Aufenthaltsräume noch sanitäre Anlagen; das bedeutet vor allem, dass die Nutzung durch die Schulen und die Universität seit Eröffnung der Sternwarte 1999 deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Der jetzige Standort ist einfach nicht attraktiv genug.

 

Weiterhin ist die Statik des Turmes zwar für eine Volkssternwarte ausreichend, jedoch für ernsthafte wissenschaftliche Arbeit zu schwach: Das Teleskop auf dem Gelben Turm "wackelt", die Aufnahme von Daten ist praktisch nicht möglich. Schließlich ist die Erreichbarkeit des Gelben Turmes für Kinder und Jugendliche wegen der Lage inmitten eines Waldes und weitab öffentlicher Verkehrsmittel sehr schlecht.

Insgesamt ist die Förderung der Astronomie im momentanen Zustand praktisch nicht zu systematisieren. Wir wollen deshalb eine Sternwarte in geeigneter Umgebung errichten, die für die speziellen Anforderungen von Forschung und Lehre geeignet ist. Die Hildesheimer Astronomen stehen vor der Situation, dass eine gute Förderung der Astronomie und benachbarten Wissenschaften in diesem Zustand in Hildesheim auf Dauer in Gefahr ist.

Zur Unterstützung unseres Bauvorhabens verweisen wir auf ein Schreiben des Max-Planck-Institutes für Astronomie, in dem es insbesondere um die Lage der geplanten Sternwarte in Lechstedt geht.

 

Unser Ziel: Ein Wissenschaftsstandort am Rande von Hildesheim mit einer für Ausbildung und Forschung nutzbaren Sternwarte

Aus den o. g. Gründen plant die HiGA den Aufbau einer eigenständigen Sternwarte an einem zweiten Standort in Lechstedt, das auf einer Fläche sowohl Teleskope mit erforderlichem Schutzraum als auch einen für den astronomischen Beitrieb notwendigen Technik- und Aufenthaltsraum umfasst.

Damit verfolgen wir die weitere Verbreitung wie auch eine Vertiefung des naturwissenschaftlichen Interesses in der Bevölkerung - insbesondere von Schülern und Studierenden - durch systematische Förderung im Rahmen von Kursen, Workshops und Beobachtungsprojekten aber auch einem Tag der offenen Tür für Schulklassen oder interessierte Personen aus der Bevölkerung.

·        Wir sind zuversichtlich, mit den Zusatzangeboten, die sich aus einem zusätzlichen Sternwarten-Standort ergeben, vor allem im Bereich Lehre und Volksbildung einen wertvollen Beitrag für die Bildungslandschaft im Raum Hildesheim liefern zu können.

·        Darüber hinaus soll mit der Sternwarte die Möglichkeit gegeben sein als Ergänzung zur Himmelsbeobachtung weitere Spektren wie z. B. Infrarot- und Radioastronomie als Fenster zum All zu erschließen oder aber  das Magnetfeld der Erde zu erforschen.  Zu besonderen Entdeckungen in diesen Bereichen gehören die Pulsare, Quasare, schwarze Löcher oder die Hintergrundstrahlung des Urknalls.

·        Dies bietet dann unabhängig von der Tageszeit und von Wettereinflüssen weitreichende Beobachtungs- und Forschungsmöglichkeiten für Hobbyastronomen und Interessierte.

Die Infrastruktur-Planungen sind dabei modular angelegt, so dass die Teleskopschutzbauten und notwendige Einrichtungen nach und nach errichtet werden können.

Die Sternwarte – Lage und Grundstück

Geplant ist die Errichtung der notwendigen Gebäude und astronomischen Anlagen auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage von Lechstedt, etwas abgesetzt vom Ortskern selbst (siehe Abbildung).

·        Dieser Standort hat den Vorteil, dass er bereits einen recht dunklen Himmel aufweist und damit die astronomische Arbeit nicht zu sehr von der Aufhellung des Himmels durch künstliche Beleuchtung beeinträchtigt wird.

 ·     Er bietet außerdem freie Sicht in alle Himmelsrichtungen, vor allem in Richtung Süden, der Haupthimmelsrichtung bei astromischen Beobachtungen.

Er ist aber auch noch so nah am Stadtgebiet Hildesheim, dass er durchaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Sternfreunden, Schülern und Studierenden erreicht werden kann.

 Fred Espey -18.01.2018