Der Sternenhimmel im November 2016

von Arndt Latußeck

Na, das nennt man doch mal himmlischen Beistand: Gleich zwei helle Planeten wollen uns Erdenbürgern mit ihrem Lichtschein durch diesem November helfen,  der seit der Zeitumstellung irgendwie noch ein bisschen dunkler und grauer erscheint, als ohnehin schon zu erwarten war.

Wenn morgens die Sonne gegen halb acht aufgeht, hat Jupiter schon seit Stunden Licht gemacht. Gut, nicht übermäßig viel, aber immerhin reicht es aus, um den Blick bei klarem Himmel in östliche Richtung zu lenken, wo wir den größten Planeten des Sonnensystems schon seit ein, zwei Stunden ganz problemlos funkeln sehen können. Ganz ähnlich macht es Venus, unser innerer Nachbarplanet, am Abendhimmel. Nach Sonnenuntergang, der, man mag sich gar nicht daran gewöhnen, irgendwann gegen halb fünf Uhr nachmittags stattfindet, steht sie über dem Westhorizont bereit, um uns den Abend mit ihrem Licht zu erhellen. Auch Venus wird es natürlich nicht schaffen, die frühe Dunkelheit gänzlich zu vertreiben. Aber man kann sich als Freund der Natur - und der Sonne - doch immerhin an ihrem Licht erfreuen, das im Übrigen - wie bei Jupiter auch - nichts Anderes als "geborgtes" Sonnenlicht ist. Venus und Jupiter, Mond und all die anderen großen und kleinen Körper im Sonnensystem leuchten ja nicht selbst, sondern erhalten alles Licht von der Sonne, das sie dann in alle Richtungen weiterleiten. Und so landet schließlich auch ein winziges bisschen von diesem geborgten Licht in unseren Augen. Man muss nur hinsehen, und schon strahlt uns selbst in der dunkelsten Nacht ein kleines Stück Sonne freundlich an. Eigentlich ein schöner Gedanke, jetzt, im grauen November.

 

 Alle anderen Punkte auf der Monatssternkarte sind dagegen völlig anderer Natur, denn sie leuchten selbst: Es sind die Sterne, diese riesigen Fusionsreaktoren, die durch Kernprozesse in ihrem Inneren Energie erzeugen und mit ihrer Strahlung das ganze Weltall erfüllen. Auch unsere eigene Sonne ist nichts anderes als ein Stern, und nicht einmal ein besonders großes Exemplar. Die meisten Sterne, die wir an einem klaren Abend erblicken können, sind deutlich größer, massereicher und leuchtkräftiger - was auch der Hauptgrund ist, dass wir sie am Nachthimmel überhaupt mit dem bloßen Auge sehen können: Die Sonne würde in hundert oder gar tausend Lichtjahren Entfernung nur noch mit einem Teleskop zu sehen sein.

So gesehen kann von einem "dunklen" November eigentlich gar keine Rede sein. Der Sternenhimmel quillt ja, wenn man es sich recht überlegt, geradezu über vom Licht unseres Sterns und dem Glanz ferner Sonnen.

ES: 28.11.2016