Der Sternenhimmel im September 2016

von Arndt Latußeck

Der gute, alte Mond tritt im September wieder auf den Plan: Fast den ganzen Monat dominiert unser kosmischer Nachbar den Himmel, vor dem 22. September wird man kaum auf einen wirklich dunklen Nachthimmel hoffen dürfen, einfach weil in diesem September der Vollmond genau auf die Monatsmitte (nämlich auf den 16.) fällt. In den Tagen davor und insbesondere danach wird der Erdtrabant schon am Himmel stehen, wenn gerade die Dunkelheit hereinbricht.

Wenigstens genau zur Vollmondzeit wird dem Mond etwas von seinem Glanz genommen werden: Abends gegen 21 Uhr werden wir Erdenbürger bei genauem Hinsehen erkennen, dass er wie angehaucht, irgendwie matt und nicht mehr so strahlend erscheint wie sonst. Kein Wunder - wir erleben eine Mondfinsternis. Allerdings ist das kommende Ereignis keinesfalls mit der wunderbaren Finsternis vom September des Vorjahres vergleichbar, als der Mond für über eine Stunde vollständig in den Erdschatten getaucht war und die Erde in ein gespenstisches, blutrotes Licht tauchte. Nein - wirklich auffällig wird die kommende Finsternis nicht. Das liegt aber einfach daran, dass kein Stück des Mondes wirklich vollständig in den Erdschatten eintauchen wird: Selbst vom am stärksten verfinsterten Bereich des Mondes aus würde ein Astronaut, der Richtung Sonne blickt, immer noch knapp ein Fünftel der Sonne von der Erde unverdeckt erblicken. Auf jeden Punkt der Mondoberfläche fällt also selbst während der Finsternis noch Licht, was dazu führt, dass die Abschwächung der Beleuchtung nicht wirklich auffällig sein wird.

Unbeobachtbar allerdings auch nicht - man muss nur sehr genau hinschauen, um am Abend des 16. September eine Veränderung des Anblicks des Mondes bemerken zu können. Umso spannender für alle Naturfreunde nachzusehen, ob man wirklich etwas wird erkennen können.

Was gibt's sonst Neues? Ach ja - am 22. September ist Herbstanfang. Auch nichts wirklich Spektakuläres, nicht mal besonders Erfreuliches (jedenfalls aus Nicht-Astronomen-Sicht): Die Sonne steht ab dann für das nächste halbe Jahr länger unter als über dem Horizont, die Nächste werde also länger als die Tage, es wird kälter und... ach, man möchte jetzt lieber noch nicht darüber nachdenken...

Immerhin kann man die großzügigere Zeit des Dunkels nun gut nutzen, um ein paar der wichtigsten Sternbilder in aller Ruhe aufzusuchen. Als Ausgangspunkt kann man weiterhin gut das Sommerdreieck nehmen, das an Septemberabenden hoch im Süden steht. Leier, Schwan und Adler spendieren ihre hellsten Sterne Wega, Deneb und Atair für diese markante Dreiecksfigur. Im Laufe des Abends verschiebt sich das Sommerdreieck aber immer weiter nach Westen, dorthin, wo nach Sonnenuntergang noch für einige Zeit der orange leuchtende Arktur als einziges Überbleibsel der Sternbilder des vergangenen Frühlings zu sehen war. Dafür rücken am Osthimmel nun eindeutig die Herbststernbilder nach. Der Himmel ist da unerbittlich - das aktuelle Wetter oder sommerliche Temperaturen interessieren ihn überhaupt nicht. Vor allem Pegasus, der aus einem auffälligen Sternquadrat gebildet wird, und Kassiopeia, die wegen ihrer Form auch oft "Himmels-W" genannt wird, zeigen die heraufziehende Jahreszeit an. Ab den späteren Abendstunden klettern dann allmählich die Plejaden über den Horizont. Der kleine, aber sehr auffällige Sternhaufen zeigt uns, wohin die Fahrt  schließlich geht: nämlich Richtung Winter. Die Plejaden gehören nämlich schon zum Wintersternbild Stier...

Der Mond als Wegweiser: Der Mond steht bei...

Venus:                        3. Oktober, frühabends

Mars:                          9. September, abends

Saturn:                       8. September, abends

Plejaden:                 21. September, spätabends

 

ES: 12.09.2016